eBay zwingt Händler zum kostenlosen Versand

Apr 16th, 2009 | By Ralf Becker | Category: Aktuell, Strategien, Unternehmen

Selbstbestimmung ade! Ebay zwingt Händler, die in bestimmten Produktkategorien Waren anbieten ab dem 15. Juni zum kostenlosen Versand. Als Begründung für dieses extreme Eingreifen in die Geschäftsstrategien der Händler gibt Ebay die oftmals zu hohen Versandkosten an:

Zu hohe Versandkosten sind für viele Käufer der häufigste Grund, doch nicht online einzukaufen. Im eCommerce-Bereich hat sich daher zusehends kostenloser Versand als Marktstandard durchgesetzt. Wir haben uns dazu entschlossen, auch auf unserem Marktplatz in einigen Zubehör- und Accessoires-Kategorien kostenlosen Versand innerhalb Deutschlands einzuführen, damit wir auch in Zukunft ein attraktiver Handelsplatz bleiben.

Von der faktischen Entmündigung betroffen sind bestimmte Unterkategorien in Kleidung & Accessoires, Audio & Hi-Fi, Foto and Camcorder, Computer, TV, Video & Elektronik, Handy & Organizer sowie PC- & Videospiele. Alle weiteren Versandarten (z.B. für internationalen Versand oder Expressversand) können wie gewohnt angegeben werden. Die genaue Liste der Unterkategorien finden Sie auf der entsprechenden Informationsseite von Ebay:.

eBay Deutschland - Fokus auf Verkaufen - Kostenloser Versand wird eingeführt.

iBusiness hat dazu einige Fachleute befragt. Diese beurteilen den Schritt von Ebay sehr unterschiedlich:

Martin Groß-Albenhausen, Chefredakteur und Herausgeber Versandhausberater hält diese “hoheitliche Eingriffnahme in die Kalkulation der Händler für ein falsches Signal. Sie wird zu einer Bereinigung führen, die letztlich Ebay wieder selber trifft.”

Peter Höschl, Herausgeber Shopanbieter.de ist der Meinung “dass eBay für Käufer dadurch attraktiver wird und dies somit insgesamt auch den Händlern zum Vorteil gereichen wird. Innerhalb der Händler für diese Produkte wird es wohl zu Umsatzverschiebungen kommen.”

Jochen Krisch, Herausgeber Exciting Commerce sieht diese Maßnahme als einen weiteren konsequenten  Schritt, um kleinere Händler von der Plattform zu verbannen und sieht einen Vorteil aus Nutzersicht.

Axel Gronen, Herausgeber und Chefredakteur Wortfilter.de glaubt ebenfalls, dass hierdurch die ungeliebten Kleinhändler von der Plattform vertrieben werden sollen um die Käuferzufriedenheit zu erhöhen, sieht diesen Schritt allerdings als zu spät an.

Ob dieser radikale Einschnitt in die Geschäftspolitik der Händler richtig ist, bleibt offen. Die Frage ist, warum Ebay nicht einfach Obergrenzen für den Versand vorgibt. So wird der versteckten Preistreiberei ebenfalls einhalt geboten, greift aber nicht in die Kalkulation der Händler ein. Vergessen darf man dabei ja auch nicht, dass viele Händler neben Ebay auch noch einen eigenen Shop betreiben. Im schlechtesten Fall müssen diese Händler nun unterschiedliche Kalkulationen für den Shop und für Ebay veranschlagen, was bei aufmerksamen Kunden für eine gewisse Verwirrung sorgen wird.

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7 comments
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  1. Ich glaube beliebert machen die sich nicht mit solchen aktionen.

  2. Da kann ich meinem Vorredner nur recht geben.
    Kostenloser Versand ist bei kleinen Artikeln sehr unvorteilhaft für den Verkäufer.

  3. Ich selber bin Kleinhändler bei eBay und finde es ungeheuerlich, was eBay sich damit rausnimmt - zum Beispiel verkaufe ich da eine Gürtelschnalle, die wenn ich Glück habe für vielleicht 3 - 5 EUR weggeht - wer aber zahlt denn die Verpackungs- und Versandkosten? Dafür muss ich dann bluten - von den frecherweise hohen Verkaufsprovisionen mal abgesehen! So wie ich das sehe ist eBay nur am Geld scheffeln mit möglichst wenig leistung - und jetzt zwingen sie Hädnler in einigen Kategorien zu kostenlosem Versand? Klar, geht das standartmäßig in vielen Shops rum - aber anders herum: Ab einem bestimmten Einkaufswert, sagen wir ein Kunde bestellt Waren im Wert von 50 EUR, da kann man dann vielleicht über einen kostenlosen Versand sprechen - ab 100 Warenwert würde ich es auf jeden Fall anbieten! Aber eBay macht es genau anders herum; etwas, das für vielleicht 2,50 EUR rausgeht, darauf darf keine Versandkosten erhoben werden? Hallo? Das will doch auch versendet werden?

    Sorry, eBay, aber da habt Ihr euch ins eigene Fleisch mit geschnitten… Ö_Ö

  4. Ich bin auch erschrocken über diese Praxis. Gerade Sachen die ohnehin nur für 2- 3 Euro verkauft werden, sollen kostenlos versendet werden?
    Ich fühle mich als Privatverkäuferin regelrecht betrogen. Ich verkaufe zwar sowieso nicht oft etwas über Ebay, aber mit dieser Entscheidung haben sie es mir noch einfacher gemacht demnächst wieder einen Flohmarktstand zu machen und nicht im Internet anzubieten.
    Diese Regel ist einfach ein großer Quatsch!
    Außerdem habe ich als Käuferin ohnehin immer die Verkäufer gemieden, bei denen klar war, dass die Versandkosten ungebührlich hoch sind. Die Käufer sind doch auch nicht blöd!

  5. Also ich muss schon sagen.

    eBay ist auch gleichzeitig PayPal und man wird mittlerweile auch bei sehr vielen Sachen von eBay gezwungen PayPal als Zahlungsmöglichkeit zu akzeptieren oder man darf den Artikel nicht einstellen. So ist das auch mit den Portogebühren!

    Das zielt nur auf eins ab:
    Verkäufer muss Preis erhöhen! Was bedeutet das?!

    - Auktionen für 1,00 Euro Startpreis kosten keine Einstelungsgebühren also will eBay nun auch hier verdienen in dem man gezwungen ist darüber einzustellen! eBay kassiert das 1x!

    - Da der Endpreis automatisch höher ist, kassiert eBay nun auch prozentuale Gebühren vom Verkäufer für die Portogebühren. Zwar indirekt aber eBay tut es definitiv den der Verkäufer muss die Portogebühren nun im Startpreis einberechnen! eBay kassiert das 2x!

    - Da der Verkäufer nun Einstelungsgebühren an eBay zahlen muss, weil die Auktion über dem Startpreis von 1,00 Euro liegt, muss er auch diese Gebühren im Startpreis mit einberechnen, somit ist der Endpreis hierdurch noch höher! eBay kassiert das 3x!

    - Da der Verkäufer gezwungen wird PayPal zu akzeptieren und weil unter solchen Umständen um die 50% der Käufer gern mit PayPal bezahlen, muss der Verkäufer auch hierfür saftig Gebühren zahlen! Direkt 0,35 Euro + 1,90% vom empfangenen Betrag. Bei 1,00 Euro sind das im übrigen schon 0,37 Euro die über das Unternehmen PayPal an das Kartel eBay fließen! eBay kassiert somit das 4x! Und nein hier ist noch nicht schluß!

    - Da der Verkäufer auch die anfallenden PayPal Gebühren berücksichtigen muss, wird er auch diese im Startpreis mit einberechnen und dadurch ist der Auktions Endpreis nochmal höher. Somit kassiert eBay das 5x!

    Also 5x kassiert das eBay Kartel ab und macht es Normalos wie uns somit unmöglich etwas zu verkaufen, fördert dadurch aber Ramschhändler die Jeder vom Flohmarkt kennt! In diesen Sektoren ist nämlich die Gewinnspanne noch so hoch das man über eBay verkaufen kann. Siehe China Ware etc.!

    Nun zur einer Beispielrechnung, damit einem das in Euros klar wird!

    Nehmen wir an, wir haben da eine Ware die auf alle Fälle 5,00 Euro bringen soll und es auch getan hätte, wenn man mit dem Startpreis von 1,00 Euro gestartet wäre, plus zusätzlichen Versandgebühren in höhe von 1,65 Euro, sagen wir mal als Warensendung, damits günstig verschickt wird! So:

    Nun muss alles im Startpreis, damit wir sicher sind das wir den Preis und die Kosten vom Käufer bekommen. Was passiert nun bei eBay?!

    Startpreis: 5,00 Euro
    Versandkosten: 1,65 Euro (Verpackung erst garnicht mitgerechnet!)
    PayPal Gebühr: 0,35 Euro (zusätzliche 1,90% vom Gesamt kommen gleich)
    Angebotsgebür: 0,45 Euro (für Startpreise zwischen 2,00 und 9,99 Euro)
    eBay Provis. : ca. 0,67 Euro (Für Gesamten Verkaufspreis 8,00% an eBay)
    PayPal zusatz: ca. 0,16 Euro (1,90% zusätzlich an PayPal für den empfangenen Geldbetrag)

    Macht somit einen direkten Startpreis von 8,28 Euro für den Käufer anstatt der gewohnten 1,00 Euro (wo eBay im Hilfeportal selbst zugibt das bei Startpreisen von 1,00 Euro höhere Gebote ereicht werden als bei direktem Start mit höheren Preisen!) Die Wahrheit ist das die Meisten Käufer bei solchen Startpreisen direkt weiterklicken doch selbst wenn man das nun nicht verkauft geht es eBay am Hintern vorbei den nun hat eBay anstatt 0,00 Euro Einstellungsgebühr schon mal 0,45 Euro gutgemacht, ob du die Ware verkaufst oder nicht!

    Doch wenn du die Ware auch noch zum Startpreis verkaufst springt nun für eBay folgendes heraus:

    Einstelungsgebühren: 0,45 Euro
    Verkaufsprovision: 0,67 Euro
    PayPal Gebühren: 0,51 Euro
    ——————————-
    Gesamt: 1,63 Euro nur Gebühren!

    Vor der ganzen verbrecherischen Vorgehensweise mit kostenlosem Versand und PayPal zwang wären für eBay lediglich nur: 0,40 Euro dringewesen, da der Verkaufsmindestpreis wohl 5,00 Euro gewesen wäre!

    Der Käufer muss nun das ganze tragen und zahlt somit mindestens 8,28 Euro anstatt der mindestens 6,65 Euro.
    Der ganze Zusatz fließt allein in der Taschen vom eBay Kartel!

    PS: Im übrigen habe ich an die BaFin geschrieben und über eBay beschwerde eingereicht, schon als man PayPal Zwang eingeführt hat und wisst Ihr was mir die BaFin zurück schrieb?!

    Das Deutschland und die BaFin überhaupt kein mitsprache Recht oder sonstige möglichkeiten haben um eBay zu verwarnen oder zu kontrolieren, weil eBay in Luxemburg ist und nichts mit Deutschland zu tun hat!
    Die freundlichen eBay M;itarbeiter am Telefon sind zwar in Deutschland aber nicht für eBay tätig! NEIN!
    Diese arbeiten für eine Callcenter Agentur die wiederrum für eBay arbeitet, also sind es auch garkeine eBay Mitarbeiter!

    So siehts aus…

    Was gegen diese Verbrecherbande hilft?!

    BOYKOTIEREN!

    Andere Auktionshäuser benutzen. Ist die ersten paar Wochen oder Monate etwas gewöhnungbedürftig doch dann ist eBay am Arsch auf dem deutschen Markt wenn Wir das geschloßen machen und ein anderes Auktionshaus hat dann genug Mitglieder das es sich dann lohnt dort zu Verkaufen und zu Kaufen!

    Schönen Tag noch! :-P

  6. Ebay ist im Gegensatz zu den anderen kleinen Auktionsplattformen sehr verbreitet. Möchte man als Händler auf Ebay verkaufen muss man natürlich inzwischen sowohl die Versandkosten wie auch die Gebühren einkalkulieren. Natürlich kann man Ebay nun boykottieren. Bringen wirds aber nichts, und sofern man auf dem Markt mitmischen will, muss man die entsprechenden Umstände akzeptieren.

  7. Ebay sind die Verkäufer scheiß egal, anders ist diese Vorgehensweise nicht zu erklären.
    Noch können die sich aufgrund der Marktposition so etwas herausnehmen, aber die Manager die dies initiiert haben werden nicht einmal kapieren das dies dazu führt das sowohl Sympathiewerte sinken als auch Konkurrenten einen gewaltigen Schritt nach vorne kommen.
    Hervoragende Leistung Ebay Ignoranz läßt grüßen…

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