Procter & Gamble und Unicef: Das Geschäft mit dem Mitleid

Dec 7th, 2008 | By Ralf Becker | Category: Aktuell, Marketing

Mit dem Logo von UNICEF will Procter & Gamble Pampers verkaufen. In der TV-Kampagne für Pampers macht Procter & Gamble darauf aufmerksam, dass die gezeigten Kinder möglicherweise nicht auf der Welt wären, wenn die Mütter nicht gegen Tetanus geimpft wurden wären.

Und deshalb wirbt Procter & Gable:

1 Packung = 1 Impfdosis. Mit jedem Kauf einer Pampers Aktionspackung, die das UNICEF-Logo trägt, spendet Pampers € 0,047 bzw. CHF 0,079 an UNICEF, um dabei zu helfen, eine schwangere Frau im gebährfähigen Alter in einem Entwicklungsland gegen Tetanus zu impfen. UNICEF bevorzugt keine Produkte oder Marken. Pampers unterstützt UNICEF.

Ob diese Aktion den gewünschten Erfolg bringt, ist fraglich. Jeder Einzelhändler ist wohl spendabler als Procter & Gamble. Hier wird zu offensichtlich mit der Not versucht, Marketing zu machen. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist diese Form des Marketings natürlich immer eine gern genutzte Methode. Doch jeder der Rechnen kann, wird über diese Aktion nur den Kopf schütteln.

Impfstoff aus dem eigenen Konzern

Die Tatsache, dass Procter & Gamble gerade mal 4 Promille (!!!) spenden will und daraus sogar noch eine aufwändige Werbekampagne macht ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist, dass der gekaufte Impfstoff offensichtlich auch noch im eigenen Konzern produziert wird. Das Geld ist also an der richtigen Stelle angelegt.

Das traurigste daran ist allerdings, dass eine Organisation wie UNICEF sich für eine solch magere Aktion vor den Karren spannen läßt.

Quelle: Spießer Alfons  - www.off-the-record.de
Abbildung: Storyboard: GWA-Adzyklopädie

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