Arcandor: Manager-Abgang heizt Spekulationen um die Zukunft des Konzerns an

Dec 1st, 2008 | By Ralf Becker | Category: Aktuell, Markt & Trends, Unternehmen

Kurz vor der Bilanzpräsentation für das Geschäftsjahr 2007/08 verläßt der der Finanzvorstand des Handels- und Reisekonzerns Arcandor das Unternehmen, was für den Abgang eines Finanzchefs sehr ungewöhnlich ist und die Ängst bei Branche und Anlegern schürt. Insider befürchten daher, dass es um den Handels- und Reisekonzern noch schlechter bestellt sein könnte als erwartet.

In zwei Wochen präsentiert die Firma ihre Bilanzzahlen für das Geschäftsjahr 2007/08 - und der Rücktritt Dieschs zum jetzigen Zeitpunkt sei höchst ungewöhnlich, schreibt die “FTD”. Das Timing beim Personalwechsel ist laut einem Analysten nicht dazu geeignet, “das wichtige Weihnachtsgeschäft des Unternehmens zu unterstützen”. Mit Spannung verfolgen Aktionäre derzeit die vorweihnachtlichen Geschäfte. Gerade für Arcandor ist diese Jahreszeit sehr wichtig. In zähen Verhandlungen mit Banken hatte Arcandor im September erst Kredite zur Finanzierung der Waren für das Weihnachtsgeschäft ausgehandelt.

Nach dem Umsatzeinbruch von rund 8 Prozent im Jahr 2007 wird es nach einem schlechtem Weihnachtsgeschäft und dem Abgang des Finanzchefs für Arcandor sehr schwer werden, neue Kredite für das kommende Jahr zu bekommen. Nach der Hiobsbotschaft, dass der Hongkonger Asien-Lieferant Li & Fung die Warenlieferungen an Arcandor nicht mehr zwischenfinanzieren wird, könnte es für den Konzern finanziell schnell eng werden.

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  1. Der Finanzchef hat wohl noch gerade so den Kopf aus der Schlinge gezogen. Nun sieht man ja, wie schlimm es tatsächlich schon länger um Arcandor stand und inzwischen ist ja auch klar, dass es keine Rettung von irgendwoher geben wird, sondern dass die Dinge ihren Lauf gehen werden und Arcandor in die Insolvenz gewandert ist. Ich halte das aber auch für wesentlich besser, denn so wird der Konzern zu einem Strukturwandel gezwungen und es bestehen doch große Chancen, viele der Arbeitsplätze unter andere Konzerndächern zu retten.

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